Tschernobyl

Die Kronenzeitung rief ihre Leserinnen und Leser auf, ihre Gedanken zum Reaktorunglück Tschernobyl mitzuteilen. 

Der Himmel, dunkel, dicht verhangen.
Man blickte ängstlich hoch mit Bangen:
Was wird die Wolke transportieren?
Wird sie den Lebensraum ruinieren?

Schon hieß es, geht nicht in den Wald,
denn alle Schwammerl sind verstrahlt,
wie alles, was so kreucht und fleucht,
ist ungenießbar, weil verseucht!

Erst nach und nach wurde uns klar,
wie ernst und groß doch die Gefahr,
die uns von Tschernobyl her droht,
wie unsre Menschheit nah dem Tod!

Der Mensch, der findig, klug und weise,
erfuhr erstaunt auf diese Weise,
wie hilflos er im Leben steht,
wenn er frech über Grenzen geht!

Und was frustriert und uns verhärmt:
Man hat daraus wohl nichts gelernt!
Und weiter auf “Atom” gebaut,
wobei man fromm auf Gott vertraut!

 

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