Rache der Krähen!

Krähen haben die Glaskuppel des Parlaments beschädigt.

Das Parlament, das „Hohe Haus“,
sieht neuerdings sehr prächtig aus.
Das Glasdach spendet reichlich Licht,
bloß ist es leider nicht ganz dicht.
Ein Rabe, Steine in den Krallen,
ließ sie doch glatt aufs Glasdach fallen.
Er wollt dagegen protestieren,
wie Abgeordnete agieren.

Das wird in Hinkunft anders sein:
Man läutet sanft die Sitzung ein,
grüßt freundlich lächelnd „Guten Tag“,
wenn auch dies jeder nicht so mag.
Man hält die Ethik-Regeln ein,
und redet nicht dem Sprecher drein.
Man hört brav zu und spottet nicht,
auch wenn ein „Farbenfremder“ spricht.
Alle frönen dem Gedanken:
Wahre Freundschaft soll nicht wanken!

Ob das nur ein Wunschtraum ist,
fragt besorgt der Pessimist.
Schon sieht er die Raben kommen,
die das Gegenteil vernommen,
um mit Steinen in den Krallen
das „Hohe Haus“ zu überfallen.

Während still der Bürger duldet,
dem Gehorsam nur geschuldet.
Und sich fragt, enttäuscht, gequält:
Hab ich auch richtig einst gewählt?!

Van der Bellen, toll gemacht!

Ein Agnostiker vertritt Österreich bei der Papstverabschiedung in Rom.

Fischer, Altpolitiker.
Fischer, der Agnostiker.
Fischer fuhr zum Papst nach Rom,
zeigte sich im Petersdom.
Sonnte sich im Kerzenlicht!
Van der Bellen wollte nicht.

Gut, das hatte man entschieden,
und den Eindruck so vermieden,
Österreich, das lieb und klein,
könnt‘ – oh Schreck! – gar christlich sein.

Van der Bellen, toll gemacht!
Wie zuwege ihr gebracht,
Benediktus zu verhöhnen,
statt mit ihm sich zu versöhnen,
wie man’s mit den Toten macht,
die ihr Lebenswerk vollbracht!

Trauer im Parlament!

Falschmeldung

Frau Hosek, diese gute Frau,
verkündete, sie weiß genau,
Vranitzky hat die Welt verlassen,
sie kann es selber noch nicht fassen!

Schon nahm das Unheil seinen Lauf:
Im Parlament stand alles auf,
und man gedachte tief gerührt,
Vranitzky dem nur Ehr gebührt.
Doch bald darauf wurde berichtet,
der Tod Vranitzkys war erdichtet.

So weit, so gut, das kann passieren,
doch sollte man erst recherchieren,
und dann den Akt der Trauer setzen,
um schließlich niemand zu verletzen.

So peinlich auch der Vorfall ist,
ich seh es so als Optimist:
Der „Super-Gau“ macht mich nicht bange,
denn „Totgesagte“ leben lange.

Die Optik ist’s!

Der Kanzler wird wegen seiner Personalbesetzung heftig kritisiert.

Nehammer wird kritisiert,
weil er Fleischmann engagiert,
den seinerzeit der Kurz geholt,
damit er für ihn sprechen sollt.

Nachdem er Kurz nicht viel gestützt,
wird er von Nehammer benützt,
die Volkspartei nach all dem Ringen,
für ihn auf Vordermann zu bringen.

Ob Fleischmann gut, ist nicht gefragt,
vielmehr wird allgemein geklagt:
Die Optik ist`s, die schauderlich!
Die grottenschlecht! Man wundert sich!

So sind wir schon!

Die Politik in Österreich ist in Bedrängnis!

Van der Bellen, laut Bericht,
sagte einst „So sind wir nicht!“
War der Mann nicht informiert,
was stets Grausliches passiert?
Wie die Politik putzmunter
drängelt in den Bach hinunter?
Dass nur das Gericht gefragt,
weil ein jeder jeden klagt?

Ja, was heute dargeboten,
ist das Wirken von Chaoten!
Ist ein mieser Übelstand!
Eine Schande für das Land!

Und das stimmt nicht wirklich froh,
weil es zeigt „Wir sind schon so!“

Der König darf nicht!

Premierministerin Truss verbietet König Charles die Reise
zum UN-Klimagipfel

König Charles, von Gottes Gnaden,
wurde herzlich eingeladen.
Er sollte nach Ägypten reisen,
um dort dem Forum zu beweisen,
wie sehr er unsre Welt beschützt,
die doch so schamlos ausgenützt!

Schon stand der König stramm bereit,
mit seinem Klo und Hofgeleit,
da kam Frau Truss erzürnt und pfaucht:
„Beim Forum, das kein Brite braucht,
habt Ihr, als König, wohlgeboren,
nach meiner Ansicht nichts verloren.
Ich wünsche sehr, Sie folgen mir,
und bleiben brav gehorchend hier!“

Der König, der noch nicht gekrönt,
fühlt sich von Truss geschmäht, verhöhnt.
Gekränkt packt er die Koffer aus,
und bleibt als Majestät zu Haus.

Na dann, Herr König, Exzellenz,
kratzt hier wer an der Existenz?

„Arschknapp!“

Trotz Unterstützung von vielen Parteien hat Van der Bellen nur knapp gewonnen.
„Arschknapp“, wie er zu sagen pflegt.

Pink und Grün und Schwarz und Rot,
allesamt in einem Boot.
Alle ruderten mit Kraft,
dass es Van der Bellen schafft!

Mühevoll und mit viel Krampf
endete der heiße Kampf!
Van der Bellen hat gesiegt!
Und, was wohl besonders wiegt,
eine Stichwahl braucht es nicht,
geht es nach dem Wahlbericht.

Dennoch werfe ich hier ein:
Kann denn jemand glücklich sein,
wenn ihm alle gut gesinnt,
und er doch nur knapp gewinnt?

Ach, was soll’s, sagt Van der Bellen,
gilt es doch „den Mann“ zu stellen!
Zu amtieren cool, besonnen,
wenn auch „arschknapp“ nur gewonnen!

Ich, der Souverän!

Am 9.10.2022 wird der neue Bundespräsident gewählt!

Die Wahl der Wahlen ist im Gange,
der brave Bürger fragt sich bange:
Wem soll er nun sein „Kreuzerl“ schenken?
Soll er den Tassilo bedenken?
Wär gar Herr Wlazny ein Gewinn?
Gäb auch Herr Brunner einen Sinn?
Käm auch Herr Rosenkranz in Frage,
der Herbert Kickl in sich trage?
Hält Gerald Grosz, was er verspricht?
Steht er zum Wort, und blendet nicht?
Kommt Staudinger, der milde Mann,
mit rotem Dress beim Volk gut an?
Ist Van der Bellen noch beliebt,
weshalb man ihm die Stimme gibt?

Im vollen Wissen, was ich tu,
schlag ich mit meinem „Kreuzerl“ zu,
voll Stolz und mit Entschlossenheit,
steh ich, der Souverän, bereit,
und sonne mich in jener Macht,
die mir Herr Kelsen zugedacht!

Die Qual der Wahl!

In Tirol wird gewählt!

Hoch über Innsbruck, die „Frau Hitt“,
ist aufgeregt, und fiebert mit.
Sie grübelt, zieht die Stirn in Falten:
Für wen soll sie die Daumen halten,
wenn sonntags die Tiroler wählen?
Auf wen soll sie denn wirklich zählen?

Die „Kickl-Truppe“ mag sie nicht,
weil sie so bös und vorlaut spricht!
Die „Schwarzen“ kränkeln, sind geschwächt.
Die Sieges-Chancen stehen schlecht!
Den „Roten“ will sie nicht vertrauen,
weil sie wie wild „Luftschlösser bauen!
Die „Grünen“ hat sie abgeschrieben,
weil sie konstant erfolglos blieben!
Die „Neos“ sind ihr nicht geheuer.
Sie gießen stets nur „Öl ins Feuer“.
Die „Liste Fritz“ kommt nicht in Frage,
wirkt sie doch farblos, gibt sich vage!

So sitzt sie da, total verzagt.
Sinniert den Tag dahin, und klagt,
dass die Entscheidung halb so schwer,
wenn nur Andreas Hofer wär!

Kommt zur Vernunft!

Zu den parteiinternen Zerwürfnissen!

Nun wurde eindrucksvoll publik,
wie mörderisch die Politik,
wenn sie brutal, von Hass begleitet,
die Anstandsgrenzen überschreitet.

Der raue Umgang der Parteien,
das Wüten in den eignen Reihen,
das Klima, das man dadurch schafft,
ist schlicht und einfach sagenhaft!

Der „Kampf“, ein jeder gegen jeden,
statt miteinander ernst zu reden,
ist ekelhaft, echt mies, stößt ab,
führt schnurstracks steil den Berg hinab.

Ich hoffe, dass sich jemand findet,
der dieses Treiben unterbindet.
Und mahnend zu den Hetzern spricht:
„Kommt zur Vernunft! So geht es nicht!
Der Bürger hat euch nicht gewählt,
dass ihr euch in den Rücken fällt!“